Berichte


Radtour des RDB Brambauer am 29.06.2019

Der RDB Lünen-Brambauer traf sich am 29.06.2019 zu einer gemeinsamen Radtour, um die ehemaligen Standorte der Zeche Minister Achenbach abzufahren. Startpunkt war gegen 11.00 Uhr am alten Pförtnerhaus von Schacht 4 der ehemaligen Zeche. Heute befindet sich dort das LÜNTEC-Technologiezentrum. Nach der Beendigung der Seilfahrt am Schachte und der Einstellung der betrieblichen Nutzung im Juli 1991 enstand die LÜNTEC GmbH. Highlight ist das Colani-Ufo, vom bekannten Designer Luigi Colani entworfen und auf dem vormaligen Förderturm aufgesetzt.

Die Gruppe startete dann in Richtung Schacht 1 über den ehemaligen Seilbahnweg. Leider sind an diesem Standort keine Gebäude der Schachtanlage mehr erhalten bis auf das alte Kühlturmbecken. Heute ist dort ein Gewerbegebiet mit vielen neuen Firmen entstanden. Entlang des alten Bahngleises ging es dann zur Aussichtsplattform der Halde Groppenbruch. Hier konnte die Gruppe an diesem schönen wolkenlosen Tag mit Temperaturen um die 35 Grad den Ausblick Richtung Dortmund genießen. Am Dortmund-Ems-Kanal ging es dann weiter Richtung Waltrop. Ab der Sicherheitsschleuse Leveringhausen fuhr die Gruppe Richtung Waltrop, um dort den ehemaligen Standort von Schacht Ickern 3 zu besuchen. Nach 10 km wurde die Tour unterbrochen, um im Haus der Klöckner Siedler „zu buttern“. Nach dieser Stärkung machte sich die Gruppe auf zur Zeche Waltrop. Hier wurden die Gebäude und der Spurwerkturm besichtigt. Der Spurwerkturm ist ein landschaftlich schöner Ort, auf dem man eine traumhafte Aussicht über Waltrop und die angrenzenden Gemeinden genießen kann. Von der Zeche Waltrop radelten die RDBler dann zum Datteln-Hamm-Kanal. Von dort aus fuhr die Gruppe entlang des Trianel-Kraftwerkes Richtung Lünen zur Halde Tockhausen, um auf dem Seilbahnweg wieder zurückzufahren zum Schacht 1. Hier fand die Radtour im ehemaligen Kiosk von Minister Achenbach nach 23 km bei einem ausgiebigen Mittagessen und erfrischenden Kaltgetränken ihren Abschluss. Heute befindet sich hier die Pizzeria „Zum alten Kiosk“ und ist eine gute Adresse um im Biergarten eine leckere Pizza oder Nudeln zu genießen. Alle Radler/innen waren begeistert und eine Tour soll es auf jeden Fall auch im nächsten Jahr geben.

 

Gez.

M.Meier


Jahreshauptversammlung des RDB Brambauer am 09.03.2019

Auch im Jahr 2019 beginnt der Bezirksverein Brambauer seinen Veranstaltungsreigen mit der Jahreshauptversammlung. Hierzu konnte der 1.Vorsitzende Michael Huld die anwesenden Mitglieder des Bezirksvereins Brambauer wie schon in den vergangenen Jahren im Vereinslokal Bürgerkrug aufs herzlichste begrüßen.

 

Nach der Begrüßung und der Feststellung der ordnungsgemäßen Einberufung zur Versammlung erfolgte anschließend die Ehrung der im Jahr 2018 verstorbenen Kameraden mit einer Schweigeminute der Anwesenden.

 

Mit dem nächsten Tagesordnungspunkt wurden die Kameraden Armin Nentwich für seine 1. Schicht vor 35 Jahren und Dieter Lohmann für seine 40 – jährige Mitgliedschaft im RDB vom Vorstand nachgeehrt.

 

Anschließend erfolgte der Geschäftsbericht des 1. Geschäftsführers Peter Freiß. Der Vorstand traf im vergangenen Jahr zu sechs Vorstandssitzungen um die Änderungen im Vereinsleben zu erörtern. Ferner wurde von seiner Seite auch nochmal auf die Neugestaltung der Vereinshomepage hingewiesen. Ferner wurden nochmal die Aktivitäten des Bezirksvereins im Geschäftsjahr 2018 mit dem Höhepunkt der Barbarafeier und dem 60 - jährigen Vereinsjubiläum hervorgehoben. Aktuell sind noch, wie im Jahr 2017, 73 Mitglieder im Bezirksverein aktiv.

Danach erfolgte der Bericht des Schatzmeisters Rolf Blesing, der trotz eines leichten Minus, bedingt durch das Jubiläum, über einen stabilen Kassenbestand auch für das Jahr 2018 berichten konnte.

Die Kassenprüfer bestätigten dem Schatzmeister im Anschluss an dem Bericht eine korrekte Führung der Finanzen und nach der Aussprache der Berichte wurde dem Vorstand einstimmig die Entlastung erteilt.

 

Auch in diesem Jahr standen wieder Wahlen zur Ergänzung des Vorstandes an.

 

Als erstes wurde der 2. Schatzmeister Udo Borawski einstimmig von den anwesenden Mitgliedern für die nächsten 4 Jahre in seinem Amt bestätigt.

 

Anschließend wurden Michael Baranowski und Udo Koch als neue Beisitzer im Vorstand von den anwesenden Mitgliedern einstimmig gewählt. Sie verstärken somit das Team an der Spitze des Vereins. Damit ist der Vorstand mit 7 Mitgliedern für die Herausforderungen der nächsten Jahre mehr als gut aufgestellt.

 

Zum Abschluss der Wahlen wurde noch der Kamerad Detlef Raabe zum neuen Kassenprüfer gewählt.

 

Nach den Wahldurchgängen wurden die Termine für das Jahr 2019 bekanntgegeben.

 

Zusammen mit den Kameraden des Bezirksvereins Dortmund – Nord besichtigen wir am 21.05.2019 das Kraftwerk Trianel in Lünen. Anmeldungen sollten bis zum 05.05.2019 erfolgen. Ansprechpartner sind die Kameraden Michael Huld und Peter Freiß für die Kameraden aus Brambauer.

 

Am 29.06.2019 wird zu einer Fahrradtour rund um Brambauer mit dem Ziel der alten Schächte unseres Bergewerk Minister Achenbach aufgebrochen. Abfahrt ist um 11:00 Uhr ab dem Lüntec in Brambauer. Wir legen bei dem Ausflug ca. 20 bis 25 km zurück. Es werden dabei ausreichend Pausen gemacht, damit auch ungeübtere Teilnehmer daran teilnehmen können. Es sind natürlich auch Gäste willkommen. Hier sollten die Anmeldungen bis zum 21.06.2019 erfolgt sein.Ferner wird erstmalig ein Dämmerschoppen in zwangloser Atmosphäre in unserem Vereinslokal am 09.08.2019 stattfinden. Beginn ist ab 18:00 Uhr. Anmeldeschluss ist der 01.08.2019.

 

Am Samstag, den 14.09.2018 geht die Fahrt nach Witten zur Zeche Nachtigall. Nach einem Mittagessen im Lokal ,,Alte Tür‘‘ in Witten wird eine Bootsfahrt mit einem Kaffeetrinken auf dem Kemnader Stausee den Ausflug abschließen. Dieser Ausflug wird ebenfalls mit den Kameraden vom Bezirksverein Dortmund – Nord durchgeführt.

 

Die 61. Barbarafeier findet am 08.12.2019 wieder im Vereinslokal Bürgerkrug in Brambauer statt.

 

Die Einladung zu dem Ausflug erfolgt noch mit allen Infos zu den bereits geplanten Veranstaltungen in naher Zukunft schriftlich per Post an alle Mitgliedern.

 

Ferner kann aber auch der Vorstand zu den anstehenden Veranstaltungen persönlich angesprochen werden. Außerdem werden die Termine auch auf unserer neuen Homepage unter www.rdb-brambauer.eu mit allen Infos eingestellt.

 

Zum Abschluss der Jahreshauptversammlung bedankte sich der Vorsitzende Michael Huld bei allen anwesenden Mitgliedern für ihr Erscheinen und man schloss die Versammlung mit dem Anstimmen des Steigerliedes und den obligatorischen Bergmannsschnaps nach ca. 2 Stunden.

 

Gez.

Michael Huld

 

 


09.12.2018 Barbarafeier

Der RDB Brambauer feierte mit seinen Mitgliedern seine 60. Barbarafeier

 

und sein 60 – jähriges Vereinsjubiläum am 09.12.2018

 

 

Ihre traditionelle Barbarafeier feierte der Bezirksverein am 09.12.2018 unter zwei besonderen Vorzeichen.

 

 

In diesem Jahr konnte man nicht nur sein 60 – jähriges Vereinsjubiläum feiern, sondern auch die 60. Feier zu Ehren der heiligen Barbara, der Schutzpartronin der Bergleute. Der Vorstand hatte sich für seine Feier bewusst für das Traditionslokal Bürgerkrug in seinem Heimatort entschieden. Denn dieses Lokal ist auch heute noch, wie in den 60 -jährigem Bestehen des Bezirksvereins immer ein Anlaufpunkt für die Bergleute und den Vereinen im Ort. Das Geschwisterpaar Diebecker hatte mit seiner Mannschaft den Saal für das Jubiläum besonders festlich hergerichtet und damit, neben der hervorragenden Bewirtung, auch einen würdigen Rahmen für die Feier geschaffen.

 

 

So konnte im Schein von mehreren alten Wetterlampen der 1. Vorsitzende Michael Huld neben den 40 anwesenden Mitgliedern und Partnerinnen auch die Ehrengäste, den Bundestagsabgeordneten Michael Thews von der SPD – Fraktion, sowie den 1. Vorsitzenden des freundschaftlich miteinander verbundenen Bezirksverein Dortmund – Nord, Herrn Dr. Volker Schacke, auf herzlichste begrüßen. Der offizielle Teil der Feier wurde dabei vom Sängerkreis der Grubenwehr vom ehemaligen Bergwerk Haard mit ihren Liedern hervorragend musikalisch untermalt. Der Chor löste damit sein Ehrenwort, das er bei seinem letzten Auftritt im Jahr 2015 dem leider zu früh verstorbenen Ehrenvorsitzenden Manfred Köppler  und dem Vorstand gegeben hatte.

 

 

Michael Huld ging in seiner Rede auf die Geschichte des am 16. März 1958 im damaligen Lokal Paulus, dem heutigen Bürgerhaus in Brambauer, gegründeten Bezirksvereins chronologisch ein. Dabei zeichnete er die große Verbundenheit des Vereins mit dem in Brambauer ansässigen Bergwerk Minister Achenbach auf. Im Jahr 1958 gründeten damals 69 Führungskräfte des Bergwerks im Ort den eigenen Bezirksverein. Bis zu diesem Zeitpunkt waren sie dem Bezirksverein in Lünen angeschlossen. Da aber der Lüner Verein in dieser Zeit einen enormen Zulauf an Mitgliedern hatte, war es schlicht nicht mehr möglich in Lünen einen so großen Saal für das Vereinsleben zu finden. Daher entschlossen sich die Kameraden aus Brambauer sich selbständig zu machen. Der Bezirksverein konnte im Jahr 1990 einen Höchststand mit 336 Mitgliedern vermelden. Leider sanken diese Zahlen nach der Schließung des Bergwerks am 01.07.1992 wegen des fehlenden Nachwuchs bis zum Jahr 2000 auf knapp 180 Mitglieder. Heute sind ihm noch 72 Mitglieder angehörend. Damit teilt der Verein das Schicksal der meisten Bezirksvereine im Ruhrgebiet. Dennoch wird sich der Vorstand auch weiter um ein attraktives Vereinsleben bemühen. Es konnten dadurch in diesem Jahr sogar drei neue Mitglieder im Verein begrüßt werden. Man wird aber auch in der Zukunft die Zusammenarbeit mit dem Bezirksverein Dortmund – Nord weiter pflegen. So sind für 2019 schon zwei weitere Veranstaltungen festgeplant mit einer Betriebsbesichtigung und der gemeinsamen Tagesfahrt im September. Weitere Veranstaltungen werden noch folgen.

 

 

Danach hatten die Ehrengäste das Wort. In seiner Rede ging der Stellv. Vorsitzende des Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit Michael Thews auf die Zukunft der Energiepolitik in Deutschland ein. Darin stellte er die Leitlinien und Planungen zur Energiegewinnung unter den Auswirkungen des Klimawandels aus der Sicht der Bundesregierung für die zukünftigen Jahre vor.

 

 

Nach diesen interessanten Ausführungen erhielt der zweite Ehrengast an diesem Tag, Herr Dr. Volker Schacke das Wort. Er ging in seinen Ausführungen im ersten Teil seiner Rede auf die Geschichte des Gesamtvereins des RDB ein. Der zweite Teil befasste sich mit den Bergwerken auf dem Lüner Stadtgebiet. Zum Erstaunen der Anwesenden hob er dabei hervor, dass in Lünen nicht nur drei Bergwerke mit Minister Achenbach, Viktoria und Preußen abgeteuft wurden, sondern deren sechs Bergwerke.

 

 

 

Im Anschluss der Vorträge erfolgte dann die Ehrung der Jubilare. So konnte für sein 35. Bergmannsjubiläum der 2. Vorsitzende Michael Meier ausgezeichnet werden. Der Kamerad Karsten Schnabel nahm leider an der Feier nicht teil. Für 40 Jahre Mitgliedschaft wurde der Kamerad Stephan Wielinski ausgezeichnet. Da der Kamerad Dieter Lohmann aus persönlichen Gründen nicht an der Feier teilnehmen konnte, wird die Ehrung für Ihn auf der nächsten Jahreshauptversammlung nachgeholt. Für seine 60 jährige – Mitgliedschaft wurde der Kamerad Johan Nowak unter dem Beifall aller Anwesenden geehrt. Da der Kamerad Karl Sauer wegen seinem hohen Alter und der großen Entfernung zu seinem jetzigen Wohnort in Bad Soden an der Feier nicht teilnehmen konnte, wird Ihm die Ehrenurkunde und Präsent für seine 60 – jährige Mitgliedschaft per Post zugeschickt.

 

 

Zum Ende des offiziellen Teils bedankte sich der 1. Vorsitzende Michael Huld bei den beiden Gastrednern und dem Chor der Grubenwehr mit einem Ehrenpresent in Form einer Figur der hl. Barbara aus Messing für die festliche Mitgestaltung der Feier. Zum Abschluss erfolgte dann das Steigerlied mit allen Anwesenden im Saal und dem obligatorischen Bergmannschnaps.

 

 

Mit dem Beginn pünktlich um 12:30 hatten dann alle Anwesenden und Gäste beim gemeinsamen Mittagsessen noch ausgiebig Zeit sich über vergangene Zeiten aber auch aktuelles zu unterhalten.

 

Zwischendurch wurden danach die ersten Termine von Seiten des Vorstandes für das Jahr 2019 angekündigt.

 

 

1)         Die Jahreshauptversammlung findet am 09.03.2019 wie immer im Lokal Bürgerkrug ab 10:00 Uhr statt.

 

 

2)         Ferner will man mit dem Kameraden vom BV Dortmund – Nord zusammen das Kraftwerk Trianel in  Lünen am 21.05.2019 besichtigen.

 

 

3)         Außerdem wird man gemeinsam am 14.09.2019 auch wieder den Tagesausflug zusammen durchführen. Er wird uns diesmal in den Wittener

            Raum führen.

 

 

Alle Einzelheiten zu den vorgenannten und noch zu planenden Veranstaltungen für das kommende Jahr 2019 wird natürlich auf unserer Homepage und auch schriftlich an alle Mitglieder raus gehen und damit frühzeitig angekündigt werden.

 

 

Im Verlauf des Nachmittags bedankte sich der 1. Vorsitzende Michael Huld noch bei seinen Vorstandskollegen und den aktiven Mitgliedern für ihre Mitarbeit und Unterstützung im Verein und wünschte allen Anwesenden ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Jahreswechsel. Danach ließ man mit einem Kaffeetrinken die Feier in den späten Nachmittagsstunden auslaufen. Alle Anwesenden zeigten sich beim Abschied von der Feier begeistert und traten zufrieden den Heimweg an.

 

 

Gez. Michael Huld

 

 


09.11.2018 Achenbach-Treffen

Zum 24. Achenbachtreffen  im Bürgerhaus Brambauer trafen sich 121 ehemalige Bergleute. Auch diesmal war die Veranstaltung ein voller Erfolg. Das Team von Detlef Eilers hatte wieder alles wunderbar organisiert. Gänsehautfeeling kam auf, als Peter Freiß das Steigerlied anstimmte. Der Höhepunkt war eine Verlosung für 2 Personen, an einer offenen Hauerschicht auf der Zeche Nachtigall in Witten. Man freut sich schon aufs nächste Jahr, schon mal Termin zum 25.Achenbach-Treffen vormerken, Freitag den 22.11.2019 ab 18 Uhr im Bürgerhaus.

 


Danke Kumpel!

 

Am Samstag, den 3. November 2018, verabschiedet unsere Region nach 200 Jahren den deutschen Steinkohlenbergbau.

 

Die Veranstaltung "Danke Kumpel" sollte nochmals bewusst machen, welche beeindruckenden Leistungen die Bergleute für die Menschen in den Bergbauregionen vollbracht haben.

 

Programm:


15:30 Uhr: Öffnung auf Bergwerk Ost mit Speisen und Getränken sowie musikalischem Vorprogramm

17:00 Uhr: Start Bühnenprogramm und Eröffnung

  • Vorführung einer 20-minütigen Version der Filmdokumentation "Der lange Abschied von der Kohle"
  • Grußbotschaften "Danke Kumpel!"
  • Lokale Musiker und Bands

19:30 Uhr: Ende der Veranstaltung.


Kranzniederlegung 2018

 

Gedenkveranstaltung zum 50.Jahrestag zum Grubenunglück auf der Zeche Minister Achenbach.

 

Es gibt Tage, es gibt Ereignisse, es gibt Bilder, die sich schmerzhaft ins kollektive Gedächtnis eines Gemeinwesens einbrennen. So ein Tag war der 4.Oktober 1968.

 

Am Freitag, den 4.Oktober morgens um ca. 5:00 Uhr ereignete sich im Flöz "Ida" in der 5. westlichen Abteilung der Schachtanlage 1/2 in ca. 800m Teufe eine Schlagwetterexplosion, der 17 Bergleute zum Opfer fielen. Trotz sofort eingeleiteter Rettungsarbeiten konnten 15 Bergleute nur tot geborgen werden, 2 noch lebend geborgene Hauer verstarben an ihren Verletzungen. Das Unglück hat die Hoffnungen und Zukunftspläne vieler Menschen zunichte gemacht und die Angehörigen und Hinterbliebenen der Opfer in tiefe Trauer gestürzt.

 

An diesen schicksalhaften Tag und unsere damals getöteten Kameraden möchten wir heute erinnern und ihrer gedenken. Wir dürfen nicht vergessen, dass der Einsatz der Bergleute stets mit Lebensgefahr verbunden war.

 

Wir gedenken: 

 

Walter Zeyen, Klaus Berner, Friedhelm Balzer, Karl-Heinz Dally, Erich Hohenfeld, Dagobert Hoidis, Günter Hollweg, Wilhelm Huef, Karl-Heinz Kasperski, Hans-Joachim Kretschmer, Hugo Leppert, Heinz Nemitz,

Francesco Pittalis, Alferd Simon, Eduard Scarsiak und Emil Bauer.


Betriebsbesichtigung 2018

Bericht Betriebsbesichtigung der GMH Recycling GmbH am 21.09.2018

 

des BV Brambauer in Dortmund.

 

Wieder zum festen Bestandteil seiner Veranstaltungen zählen die Betriebsbesichtigungen des Bezirksvereins Brambauer. Daher starteten 11 Teilnehmer am 21.09.2018 in Richtung Westen zum Dortmunder Hafen zur Betriebsbesichtigung der dort ansässigen GMH Recycling GmbH. Begrüßt wurden Sie vom 1. Vorsitzenden des BV Brambauer und gleichzeitig Verantwortlichen für die Technik an dem Standort Michael Huld.

 

Die GMH Recycling GmbH gehört zur Georgsmarienhütte Holding. Die privat geführte Gesellschaft beschäftigt in rund 20 Unternehmen ca. 7800 Beschäftigte, die in den Bereichen Stahlerzeugung, Stahlverarbeitung und Service an verschiedenen Standorten in Deutschland und im Ausland tätig sind.

 

Die GMH Recycling ist auf dem Gelände des Hardenberghafens in Dortmund seit dem Jahr 2002 im Bereich des Recycling und der Aufbereitung von Stahlschrotten, Sonderschrotten und Hüttennebenprodukten zur Einschmelzung für die Elektrostahlwerke und Gießereien der Gruppe und dem europäischen Markt tätig. Auf ca. 71.000 m² und einer Lagerkapazität bis zu 70.000 Tonnen werden dort die hochwertigen Rohstoffe zur Schonung der Umwelt und der natürlichen Vorkommen effizient und marktgerecht wieder nutzbar gemacht.

 

Nach einer ausgiebigen Einführung zur Technik und dem Standort im Verwaltungsgebäude konnten sich die Teilnehmer bei der anschließenden Führung durch den Betrieb einen ausgiebigen Eindruck über die dort eingesetzte Technik und Leistungsfähigkeit der Produktionsanlagen machen.

 

Im Bereich der Lagerflächen für den Stahlschrott wurde erklärt, worauf bei der Einlagerung und der anschließenden Verladung durch mordernste Umschlagsbagger die Mitarbeiter achten müssen. Der Rohstoff Schrott wird dort nach den Vorgaben der Europäischen Schrottsortenliste eingelagert und dabei von Störstoffen wie Holz, mineralischen Bestandteilen, Hohlkörpern, Motoren usw. befreit, aber auch nach Größe, Qualität  und Gewicht sortiert. Danach werden die fertigen Schrottsorten für die Kunden innerhalb der Gruppe oder aber auch für den freien Markt wieder verladen. Das Unternehmen kann dabei auf alle drei Transportwege Wasser, Schiene und Straße auf dem Gelände zugreifen und somit logistisch effizient und umweltschonend die Materialien transportieren.

 

Danach erhielten die Teilnehmer einen interessanten Einblick in der Aufbereitungstechnik für die Hüttennebenprodukten wie Roheisen- und Stahlbären und Sonderschrotten. Dort werden Materialien mit einem Stückgewicht bis zu 240 Tonnen zerkleinert und wieder nutzbar gemacht für die Einschmelzung.

 

Dabei konnten Sie durch einen Blick in einem der beiden Fallwerke sich einen Eindruck von der Leistungsfähigkeit der Technik machen, Dort wird eine 10 Tonnen schwere Stahlkugel mittels eines Brückenkran und einem Magneten in zehn Meter Höhe gezogen und danach auf das auf einem Amboss liegenden Material (Roheisen- oder Stahlbären, Guss) gezielt fallen gelassen und mittels der Schlagkraft von dann ca. 100 Tonnen nach und nach zerkleinert. Dieser Prozess findet natürlich in einem hermetisch verschlossenen Bauwerk mittels Steuerung durch den Anlagenführer und der eingesetzten Kameratechnik statt. Das zerkleinerte Material wird danach mit dem Umschlagsbaggern nach Größe und Kundenwunsch sortiert und verladen.

Aber auch der nächste Anlagenteil war nicht weniger interessant. Denn im nächsten Bereich wurde die Aufbereitung von Sonderschrotten und großen Roheisenbären mittels Sprengtechnik vorgestellt. In einem Sprengbunker wird das zu zerkleinernde Material mit maximal 20 kg gelatinösen Patronensprengstoff und einem nichtelektrischen Zündsystem nach der Beladung in den dafür vorher mittels Brenntechnik mit Sauerstoffkernlanzen vorbereiteten Löchern im verschlossen Bauwerk gesprengt und dadurch zerkleinert. Die Abdeckung wird durch Hydraulikzylinder und elektrischen Fahrmotoren geöffnet und verfahren. Der Deckel hat alleine ein Kontergewicht von rund 360 Tonnen. Dadurch ist eine sichere Arbeitsweise natürlich gewährleistet. Diese Art vor Aufbereitung ist so ziemlich einmalig in Deutschland. Zufällig konnten die Teilnehmer an einer Sprengung teilnehmen und sich von der Leistungsfähigkeit bei der Zerkleinerung von Stahlwalzen mit einem Gesamtgewicht von ca. 55 Tonnen überzeugen.

 

Als letztes wurden die Brennanlagen zur Zerkleinerung von großvolumigen Schrotten und zur Erstellung der Laderäume für die Sprengungen von Michael Huld vorgestellt. An den vier verfahrbaren Anlagenteilen (Brennhauben) wird mittels Schneidtechnik mit schweren Hüttenbrennern durch die Mitarbeiter manuell die Schrotteile den Kundenwünschen und Marktvorgaben wieder entsprechend als Rohstoff verfügbar gemacht. Die Brennhauben können seitlich mit Tore geöffnet werden. Damit kann man die Anlage zwischen den beiden Brennplätzen hin und her fahren. Dadurch ist ein kontinuierlicher Arbeitsprozess möglich. Die dabei entstehenden Brennstäube werden durch eine große Filteranlage mit einem leichten Unterdruck aus den Brennhauben abgesaugt und komplett gereinigt. Danach wird die gereinigte Luft durch den Schornstein der Anlage ausgeblasen und dabei von einer Conti - Messung ständig überwacht. Damit ist eine saubere Arbeit der Anlage sichergestellt. Die Brenngase werden mittels Zentralanlage und Rohrleitung über die Gesamtanlage verteilt. Es wird dabei hauptsächlich mit reinem Sauerstoff gearbeitet.

 

Die Löcher für die Sprengarbeit werden an der Anlage durch den Einsatz von Sauerstoffkernlanzen erstellt. Zum Einsatz kommen dabei sechs Meter lange 3/8 Zoll Stahlrohre die mit einem Lanzenhalter mit reinem Sauerstoff beaufschlagt werden. Durch den hohen Fließdruck und einer Temperatur von ca. 2100 Grad nach anzünden an der Spitze, wird der geschmolzene Stahl aus den dabei entstehenden Hohlräumen ausgeblasen, und es entstehen dadurch die Löcher für die Sprengarbeit. Die Rohre dienen dabei nur als Sauerstoffträger und verbrennen. Dieses Verfahren konnte aber bei der Führung an diesem Tage nicht gezeigt werden.

 

Die Teilnehmer waren am Ende der Führung sichtlich von der Arbeit in diesen modernen Anlagen beeindruckt. Da man sich vorher nicht vorstellen konnte, wieviel Wissen und know – how sich in so einem Werk wiederfindet. Ferner aber auch davon, was für ein großer Aufwand für den Umweltschutz und der Schonung an Rohstoffen in diesem Unternehmen aufgewendet wird. Nach vielen Worten des Dankes verabschiedeten sich die Teilnehmer von Michael Huld und traten danach den Heimweg an. Alle waren sich einig, dass man ab jetzt wieder regelmäßig den einen oder anderen Betrieb bei Gelegenheit anschaut. Es gibt noch viele interessante Dinge zu sehen.

 

Gez.

 

Michael Huld

 

 


Exkursion 2018

Zum festen Bestandteil seiner Veranstaltungen zählt die Tagesfahrt des Bezirksvereins Brambauer. So war auch in diesem Jahr wieder eine Fahrt von Seiten des Vorstandes für seine Mitglieder organisiert worden. Daher starteten 32 Teilnehmer am 15.09.2018 mit dem Bus in Richtung Westen mit dem Tagesziel Oberhausen. Das erste Ziel war der Besuch der momentan im Ruhrgebiet erfolgreichsten Ausstellung ,,Der Berg ruft‘‘ im Gasometer am Centro. Dort wurden die Teilnehmer von zwei Gästeführern in Empfang genommen und mit den vielen Details der Ausstellung vertraut gemacht.
Die Ausstellung erzählt in unzähligen Fotografien und Naturfilmszenen von der Faszination die die Berge der Welt auf uns Menschen haben. Höhepunkt der Ausstellung ist sicherlich die monumentale Darstellung des Matterhorns, welches in 100 m Höhe kopfüber aufgehängt wurde und auf dem mit 3 D- Technik der Wechsel der Tages- und Jahreszeiten dargestellt wird und am Boden durch einen Spiegel wieder aufrecht erscheint. Dieses Konzept wurde vom Veranstalter mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt zusammen entwickelt. Aber auch der tolle und hochinteressante Blick über das Ruhrgebiet vom Dach des Gasometers in 115 m zog die Teilnehmer in seinen Bann.

 

Danach wurde sich im Brauhaus Zeche Jacobi, welches man nach einem kurzen Fußweg erreicht hatte, mit einem zünftigen Mittagessen und einem der in der Hausbrauerei frisch gebrauten Biere für den zweiten Abschnitt des Ausflugs gestärkt.

 

Nach einer kurzen Busfahrt erreichte man dann die Sankt Antony Hütte in Oberhausen Eisenheim. Sie ist die Geburtsstätte der Ruhrindustrie im Ruhrgebiet. Hier floss erstmalig im Ruhrgebiet im Jahr 1758 Roheisen. Heute wird im Museum vom spannenden Beginn der Eisen und Stahlindustrie und dem Leben der Menschen erzählt. Denn ohne die Hütte gebe es das Ruhrgebiet, wie es heute existiert, nicht. Denn dort lebten und arbeiteten so bekannte Persönlichkeiten wie die Familien der Jacobis, Haniel, Krupp und Wenge. Sie war auch die Wiege des späteren Weltkonzern Gutehoffungshütte (GHH) und somit dem MAN Konzern, welches heute mondernste Busse, Lkw, Turbinen und Schiffsmotoren baut und weltweit vertreibt. Der historische Teil der Geschichte wurde dabei vom ,,Hüttendirektor Gottlob Jacobi‘‘, einem Führer in historischer Kleidung, sehr amüsant erklärt und die Zeit der Entstehung der Hütte nähergebracht. Der zweite Teil fand dann im Außenbereich, dem ersten Industriearchäologischen Park Deutschlands, statt. Dort wurde der Aufbau der Anlage und die Geologie der Umgebung durch einem zweiten Führer hervorragend erklärt. Denn nur weil im Umfeld Vorräte an Raseneisenerz gefunden wurden, entstand die Hütte.

 

Nach einem ereignisreichen Tag traten dann am späten Nachmittag alle Teilnehmer die Heimfahrt in Richtung Brambauer an. Auch im kommenden Jahr wird wieder eine Tagefahrt stattfinden. Diese wird dann wieder voraussichtlich, wie im Jahr 2017, mit den Mitgliedern des BV Dortmund – Nord zusammen geplant und durchgeführt.

 



Jahreshauptversammlung des RDB Brambauer am 10.03.2018


Erstmalig an einem Samstag konnte der erste Vorsitzende Michael Huld die anwesenden Mitglieder des Bezirksvereins Brambauer im Lokal Bürgerkrug zu ihrer jährlichen Jahreshauptversammlung begrüßen.

 

 

 

Es folgte anschließend die Ehrung der im Jahr 2017 verstorbenen Kameraden Manfred Köppler, Alfred Bittner und Siegfried Böger mit einer Schweigeminute der Anwesenden.

 

 

 

Anschließend erfolgte zum letzten Mal nach 11 Jahren der Geschäftsbericht des 1. Geschäftsführers Ortwin Tadeusz, der aus gesundheitlichen Gründen für eine neue Amtszeit nicht mehr zur Verfügung steht. Dabei wurden nochmal die Aktivitäten des Bezirksvereins im vergangenen Jahr hervorgehoben. Aktuell sind noch 73 Mitglieder aktiv. Somit hat der Verein seit dem Jahr 2000 mehr als 128 Mitglieder verloren. Was in erster Linie dem Auslaufen des Bergbaus und dem hohen Alter der Mitglieder geschuldet ist. Es konnten aber auch erfreulicherweise zwei Neueintritte vermeldet werden.

 

Danach erfolgte der Bericht des Schatzmeisters Rolf Blesing, der über einen erfreulich positiven Kassenbestand für das Jahr 2017 berichten konnte.

 

Die Kassenprüfer bestätigten dem Schatzmeister im Anschluss an dem Bericht eine korrekte Führung der Finanzen und nach der Aussprache der Berichte wurde dem Vorstand einstimmig die Entlastung erteilt.

 

In diesem Jahr standen zudem auch Vorstandswahlen an.

 

 Es wurde Peter Freiß von den anwesenden Mitgliedern zum neuen 1. Geschäftsführer und der Kamerad Michael Meier als 2. Vorsitzenden einstimmig gewählt. Sie verstärken somit das Team an der Spitze des Vereins für die nächsten Jahre.

 

 

 

Nach den Wahldurchgängen wurden die Termine für das Jahr 2018 bekanntgegeben.

 

Am Samstag, den 15.09.2018 geht die Fahrt nach Oberhausen zum LVR Museum Altenberg. Nach einem Mittagessen im Brauhaus Zeche Jacobi wird ein Besuch der Ausstellung ,,Welt der Wunder‘‘ im Gasometer den Ausflug abschließen.

 

Am 16.06.2018 geht die Fahrt mit 4 Delegierten zum Delegiertentag nach Essen.

 

Die 60. Barbarafeier findet am 09.12.2018 erstmalig an einem Sonntag und im Vereinslokal Bürgerkrug in Brambauer statt.

 

Ferner sind in diesem Jahr noch weitere Termine mit verschiedenen Veranstaltungen geplant. Der Vorstand wird sich deshalb kurzfristig mit diesen Themen befassen und alle Infos in Form eines Infobriefs den Mitgliedern in den nächsten Wochen zukommen lassen.

 

Zum Abschluss der Veranstaltung wurde der scheidende 1. Geschäftsführer Ortwin Tadeusz von Michael Huld für seine geleistete Arbeit im Vorstand in den letzten 11 Jahren nochmals besonders geehrt. Er erhielt einen Ehrenbecher des RDB und einem Blumenstrauß für seine Ehefrau mit einem großen Dankeschön von allen anwesenden Mitgliedern.

 

Gez. Michael Huld

 



Der RDB Brambauer feierte mit seinen Mitgliedern im Cappuccinosaal seine 59. Barbarafeier am 02.12.2017


Als 1.Vorsitzender des BV Brambauer im Ring Deutscher Bergingenieure konnte auch in diesem Jahr Michael Huld seine Gäste und teilnehmenden Mitglieder im festlich geschmückten Saal der Firma Stolzenhoff aufs herzlichste zur traditionellen Barbarafeier begrüßen. Der Verein folgte damit auch in diesem Jahr wieder einer lang gehegten Tradition.

 

 

 

In seiner Begrüßungsrede schilderte der erste Vorsitzende kurz die politische Lage und die dadurch resultierende Energiepolitik in Deutschland aus der Sicht des RDB und deren Folgen. Ferner ging er auch rückwirkend auf die Aktivitäten des BV Brambauer im Jahr 2017 ein. Für die geleistete Vorstandsarbeit und Treue der Mitglieder bedankte er sich zum Abschluss der Rede  bei seinen Vorstandsmitgliedern und anwesenden Gästen.

 

Nach seiner Begrüßungsrede konnte er in diesem Jahr 4 Mitglieder ehren. Für sein 35 jähriges Jubiläum zur ersten Schicht als Bergman wurde in Abwesenheit Armin Nentwich geehrt. Günter Lange kann auf eine  vier Jahrzehnte lange Mitgliedschaft zu-rückblicken. Leider konnten Walter Rennhack und Günter Dorka, für 60 Jahre Treue im RDB, aus gesundheitlichen Gründen nicht an dieser Ehrung  teilnehmen. Da der Kamerad Günter Dorka seit einigen Jahren in Österreich wohnt, wird ihm die Ehrung per Post zugesendet und die von Walter Rennhack zur nächsten Jahreshauptversammlung im Frühjahr 2018 in der Traditions-gaststätte Bürgerkrug nachgeehrt.

 


Nach der Jubilarehrung wurde dann das Bergmannslied gesungen und mit dem traditionellen Bergmannschnaps beendet. Die Barbarafeier ist aber auch der willkommene Anlass zu Gesprächen über alte Zeiten und der lang gehegten Freundschaften untereinander und daher weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Vereinsarbeit.

 

Auch die Zusammenarbeit im Bereich der Veranstaltungen mit dem BV Dortmund - Nord wird man aufgrund immer weniger werdender Mitgliederzahlen und dem hohen Alter der Mitglieder weiter fortführen. Die Termine für das Jahr 2018 werden auf der im Juni neu erstellten Homepage des Vereins eingestellt und auch schriftlich bekanntgegeben. Das Jubiläum zur 60. Barbarafeier findet am 09.12.2018 im Lokal "Bürgerkrug" in Brambauer, Ferdinandstraße 18 statt.

 

Der Vorstand des BV Brambauer wünscht an dieser Stelle seinen Mitgliedern ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr 2018.

 



Gemeinsames Positionspapier der Bezirksvereine vom November 2017

 

 

Zurück zur Vernunft –

 

kein vorzeitiger „Ausstieg“ aus der Kohle im Koalitionsvertrag

 

 

 

Die Wahlen zum deutschen Bundestag liegen noch nicht lange zurück. Ob schwierig oder nicht, in nicht allzu ferner Zeit wird Deutschland auch eine neue Bundesregierung haben. Welche Ziele und Wege ein Koalitionsvertrag, auf dessen Basis diese neue Regierung Politik machen wird, formuliert, ist bislang weitgehend unklar – auch wenn es mittlerweile als sicher gilt, dass die neue Regierung den Namen „Jamaika“ tragen wird.

 

Es lässt sich allerdings viel vermuten. Und noch mehr befürchten - und leider nicht ohne Grund. Denn es bedarf sicher keiner hellseherischen Fähigkeiten, um davon auszugehen, dass in bevorstehenden Koalitionsverhandlungen heftig um die Zukunft der Energieversorgung in Deutschland im Allgemeinen und die der Kohle im Besonderen gestritten werden wird. Obwohl: Käme es zu heftigen Diskussionen zu diesem Thema, wäre das vermutlich noch die gute Nachricht. Vielmehr ist zu befürchten, dass die gewichtigen Beteiligten den zu erwartenden Forderungen des kleinsten möglichen Koalitionspartners allzu bereitwillig nachgeben, um Zugeständnisse in anderen, öffentlich  heftig diskutierten Politikfeldern durchzusetzen und der vermeintlichen Mehrheitsmeinung zu entsprechen.

 

 

 

Und die zu erwartenden Forderungen des kleinsten möglichen Koalitionspartners waren im Wahlkampf genügend konkret formuliert: „Entweder Schluss mit Kohle oder Schluss mit Klima“, verbunden mit der „Sofortigen Abschaltung der 20 dreckigsten Kohlekraftwerke“. Nach Beginn der Sondierungsgespräche werden nun von verschiedenen Seiten diese Slogans, insbesondere ein schnelles Aus für die Braunkohle, als zu erreichendes Ziel für die Koalitionsverhandlungen formuliert, unterschiedlich konkret und scharf.

 

 

 

Auch wenn andere Aspekte der „Energiewende“ – Mobilitätwende, Wärmewende, Energieeffizienz – immer mit genannt werden, der scheinbar einfachste Weg zum „Erfolg“ scheinen Maximalforderungen an die Kohlepolitik darzustellen. Und es gibt kaum wirklich offene Diskussionen darüber, ob diese Politik für Deutschland wirklich sinnvoll und im Hinblick auf die Reduzierung der CO2-Emmissionen tatsächlich zielführend ist.

 

 

 

Fakt ist: Die viel gescholtene Braunkohlenindustrie hat im Vergleich zum Bezugsjahr 1990 die Emissionen bereits um mehr als 50 % gesenkt. Auch wenn man sicher entgegnen kann, dass der kleinere Teil davon auf effizientere Technologien, der größere aber auf den allgemeinen Zusammenbruch der Wirtschaft in den östlichen Revieren zu Beginn der 90er Jahre zurückzuführen ist, der Preis für diese enormen Emissionsminderungen ist doch direkt in den Revieren bezahlt worden. Mit gravierenden Strukturbrüchen, Arbeits- und Perspektivlosigkeit, vieltausendfach schicksalhaften (Erwerbs-) Biografien, Wegzug der jungen Generation und damit mit dem Aussterben ganzer Landstriche. Und wie viel Anstrengung gerade auch in den so gescholtenen Unternehmen hat es gekostet, dass man auf anderem Niveau als eine moderne und kräftige Säule der deutschen Wirtschaft und eine Stütze der Regionen wirken kann!

 

Welcher andere Sektor in Deutschland hat, freiwillig oder unfreiwillig, auch nur ansatzweise unter gleichem Kraftaufwand an dem postulierten Ziel der CO2-Reduzierung gearbeitet, geschweige denn entsprechende Lasten auf sich genommen. Und gerade ist man in den Unternehmen der deutschen Braunkohlenindustrie dabei, die klimapolitischen Zusatzaufgaben umzusetzen, die die Politik erst im Jahr 2015 gerade mit Hinweis auf die Klimaziele 2020 speziell an die Braunkohle gestellt hat – Stichwort Sicherheitsbereitschaft. Und auch das ist wiederum mit erheblichen finanziellen und personellen Anstrengungen und Umbrüchen in allen Unternehmen und bei den Mitarbeitern verbunden.

 

Darüber hinaus führen die aktuellen Planungen in den Unternehmen durch planmäßiges Auslaufen von Tagebauen bis 2030 ganz ohne politischen „Kohleausstieg“ ohnehin zu weiteren erheblichen CO2-Reduzierungen und schwierigen strukturellen Veränderungen.

 

 

 

Gerade deswegen ist es nur als vollkommen einfallslos zu bezeichnen, dass das Hauptaugenmerk auch der zukünftigen Politik wieder nur auf neuen Strukturbrüchen in den gleichen Regionen liegt. Bestes Beispiel dafür ist die Verlautbarung der Bundesumweltministerin am 11.10.2017, wonach Deutschland die Klimaziele bis 2020 „krachend“ verfehlen würde und ein energisches Gegensteuern durch die nächste Bundesregierung notwendig wäre. Die Bundeskanzlerin bemühte sich daraufhin zu betonen, dass „uns nichts davon abhalten würde“ die formulierten Ziele zu erreichen. Und das wiederum wurde dankbar vom kleinsten potentiellen Koalitionspartner aufgegriffen, um die Forderung zu formulieren, nun endlich müsse im Koalitionsvertrag der Kohleausstieg auf den Weg gebracht werden.

 

 

 

Mit Bezug auf die oben genannten, immer aufs Neue geforderten Regionen wird  geflissentlich verkannt bzw. ignoriert, dass es nicht nur darum geht, ob eine Kraftwerksturbine oder ein Windrad den Strom in die häusliche Steckdose schickt, sondern darum, dass die regionalen Wirtschaften eng verzahnt sind – eine Verzahnung im Sinne der Effizienz und als vielfach hart erkämpfter Beitrag zur wirtschaftlich positiven Entwicklung in den Revieren nach den Strukturbrüchen nach der Wende. Greift man hier einseitig in die Braunkohle ein, greift man gleichzeitig gravierend in die Chemie, in die Zucker- und Bioethanolindustrie sowie andere wertschöpfungsstarke Bereiche ein, und in alles, was nachgelagert an diesen Wertschöpfungskeimen hängt.

 

 

 

Aber gut, den öffentlichen Bekundungen nach ist selbst denjenigen, die am lautstärksten den Kohleausstieg fordern, bewusst, dass es dabei Strukturbrüche geben wird und man das sozial gut organisieren muss. Und man bemüht sich zu betonen, wie wichtig die Schaffung alternativer Arbeitsplätze, alternativer Wirtschaftsstrukturen in den Revieren zur Flankierung eines Kohleausstiegs ist.

 

Wer so argumentiert, weiß erstens nicht, was Strukturwandel bedeutet, ist zweitens selbst nicht von Strukturbrüchen betroffen und ist drittens nicht bereit, die durch erst kürzlich zurückliegende Strukturbrüche getragenen Lasten anzuerkennen.

 

Denn, wie gut oder schlecht es gelingt, in selbst über lange Zeiträume laufenden Strukturänderungen alternative Industriearbeitsplätze zu schaffen, kann man sich beispielsweise in vielen Regionen des Steinkohlenbergbaus an Saar und Ruhr ansehen. Und ein Strukturwandel, der aus einer Industrieregion eine Dienstleistungsregion macht, kann nicht erfolgreich genannt werden. Industrie, insbesondere die Grundstoffindustrie – dazu zählen alle Rohstoffe, eben auch Braun- und Steinkohle, die Energiewirtschaft, Chemie, Stahlindustrie und andere Metallurgien -  versetzen andere en vogue erscheinende Wirtschaftszweige überhaupt erst in die Lage, einen eigenen Wertschöpfungsbeitrag leisten zu können.

 

 

 

Auch wenn es in Zeiten, in denen so gut wie Vollbeschäftigung herrscht, und in denen die aktuellen Wirtschaftsprognosen sich regelmäßig übertreffen, so scheint, als könne man gut und gerne auf ein paar tausend Arbeitsplätze verzichten – diese paar tausend Arbeitsplätze sind von gesamtwirtschaftlicher Bedeutung. Wie groß ist der Anteil des Substanzverzehrs am aktuellen deutschen „Wirtschaftswunder“? Also inwieweit wird aktuell Geld verdient, weil man aufgrund unsicherer Rahmenbedingungen und angesichts im internationalen Vergleich längst viel zu hoher (Industrie-)Strompreise größere Investitionen in vielen energieintensiven Wertschöpfungskeimen nicht tätigt?

 

 

 

Mal ganz abgesehen davon, dass zur „Klimarettung“ bislang nur Vorschläge für sich gegenseitig übertreffende Kohleausstiegszeitpunkte zu hören waren, aber so gut wie nichts darüber, wie sich nach einem vollständigen Atomausstieg und einem weitgehenden Kohleausstieg die Versorgungssicherheit bei gleichzeitig noch irgendwie erträglichen Kosten  vorgestellt wird. Geschweige denn, dass annähernd umsetzbare, großmaßstäbliche Lösungen, die über eine alternative Haushaltsstromversorgung hinausgehen, auch nur in Aussicht stünden.

 

Die Kohle wurde noch vor wenigen Jahren mehrheitlich als die Brücke gesehen, die benötigt wird, um den Atomausstieg zu schaffen. Und nun legen wir allen Ernstes Sprengladungen an die Brücke, auf der wir uns bereits befinden, ohne dass das jenseitige Ufer auch nur schon zu sehen wäre! 

 

 

 

Wie soll es denn bewerkstelligt werden, gleichzeitig ohne Atom und Kohle und hauptsächlich mit Wind und Sonne und das ohne nennenswerte Speicher? Egal, ob windstille Trübnis herrscht oder der Wind bei schönstem Sonnenschein kräftig weht? Mit einer noch stärkeren Abhängigkeit von Gas aus einer Region, mit deren Vertretern sich auf anderen Politikfeldern heftig gestritten wird? Zu noch weit höheren Energiepreisen?

 

Das aktuelle deutsche „Wirtschaftswunder“ wird nicht ewig weitergehen, mit dieser Energiepolitik kann man sich sicher sein, dass es bald kräftig in die andere Richtung geht!

 

 

 

Es kann einerseits nicht unser Ziel sein, nach dem Motto zu verfahren:  „Von uns wurde schon so viel verlangt, jetzt sollen andere mal was tun!“. Andererseits muss allen die Luft gelassen werden, technisch/technologisch, nicht ideologisch, zu zukunftsfähigen Lösungen zu kommen, ohne unterwegs zu havarieren.

 

Soll es denn wirklich der Weisheit letzter Schluss sein, wenn die deutsche Energie- und Klimapolitik bereits seit längerem dazu führt, dass die Investitionen in energieintensiven Branchen, in den Wertschöpfungskeimen – und diese bilden eben die Basis einer starken Wertschöpfungskette – zurückgehen und Substanzverzehr herrscht?

 

 

 

Wie bereits deutlich gemacht, die Gründe hierfür liegen zuvorderst in der wenig Planungssicherheit bietenden Energie- und Industriepolitik bei im Vergleich zu konkurrierenden Volkswirtschaften viel zu hohen (Industrie-)Strompreisen und zurückgehender Versorgungssicherheit.

 

 

 

 

 

Der RDB Ring deutscher Bergingenieure e.V. sowie die unterzeichnenden Bezirksvereine fordern dazu auf, endlich zu einer vernünftigen, strukturierten, Planungssicherheit bietenden, technologieoffenen, nicht ideologiegesteuerten Energiepolitik zu kommen. Dazu zählt auch, dass sich Diskussionen darüber, ab wann man auf welche Energieerzeugungsform verzichten will, nicht am klimaschockierten Wunschdenken sondern am Zieldreieck eine sinnvollen Energie- und Wirtschaftspolitik und damit an den technisch machbaren, wirtschaftlich vertretbaren und ökologisch akzeptablen Lösungen orientieren!

 

Ein Kohleausstieg in absehbarer Zeit ist aber weder technisch machbar, noch wirtschaftlich vertretbar! Und als deutscher Sonderweg im Rahmen des europäischen Energie- und Zertifikathandels entstünde damit nicht mal ein ökologischer Mehrwert!

 

 

 

Weiterhin ist absolut notwendig, mit Vorstellungen von Strukturwandlungen ehrlich und realistisch umzugehen, und auch hier nicht dem Wunschdenken zu erliegen. Denn Versprechungen, die im Grunde nur dazu dienen, die politischen Entscheidungsträger hinsichtlich ihres sozialen Gewissens zu beruhigen, werden von den Betroffenen, von denen, die die gesellschaftlichen Lasten tragen sollen, von Bergleuten, Zulieferern, Kunden, ihren Mitarbeitern und Familien und vielen Menschen der betreffenden Regionen als das wahrgenommen, was sie sind – eine unglaubwürdige Rede von blühenden Landschaften.

 

Die Unterzeichner:

 

 

 

 

Dr. Michael Struzina

 

Ring deutscher Bergingenieure e.V. RDB,

 

Geschäftsführer Bezirksverein Mitteldeutsche Braunkohle

 

Michael Huld

Ring deutscher Bergingenieure e.V. RDB,

1.Vorsitzender Bezirksverein Brambauer

 

 

 

 

 



Fahrt in das Textilmuseum Bocholt und zur Wasserburg Anholt am 1.7.17


Seit jeher pflegen die beiden Bezirksvereine Brambauer und Dortmund Nord eine gutnachbarliche Kameradschaft. Das manifestiert sich auch darin, dass seit vielen Jahren die Mehrtagesexkursionen gemeinsam durchgeführt wurden.

 

In diesem Jahr gab es insofern eine Premiere, dass man auch einen Tagesausflug gemeinsam durchführte. 34 Kameradinnen und Kameraden – je zur Hälfte aus den beiden Bezirksvereinen – erlebten am Samstag, dem 1.Juli 2017, gemeinsam einen schönen Ausflug.

 

Zuerst wurde das LWL-Industriemuseum TextilWerk Bocholt mit sehr kompetenter Führung und Demonstration einiger Spinn- und Webmaschinen besucht. Die Arbeitswelt der Textilarbeiter im Westmünsterland im 19. Und 20. Jahrhundert wurde so näher gebracht. Die Lebenswelt der Arbeiter und ihrer Familien konnte auch in dem rekonstruierten Weberhaus nachempfunden werden.

 

Das Mittagsbüfett im Restaurant „Schiffchen“ auf dem Gelände des Textilmuseums ließ keine Wünsche offen.

 

Anschließend wurde die Wasserburg Anholt, die heute noch im Privatbesitz der Fürsten zu Salm-Salm ist und ohne öffentliche Zuschüsse erhalten wird, besichtigt. Nicht nur die Geschichte und fast originale Einrichtung der Burg, die sehr anschaulich in einer Führung vermittelt wurde, war beeindruckend, sondern auch die imposante Bildersammlung großer europäischer Maler – herausragend der einzige Rembrandt im Privatbesitz.

 

Auf der Terrasse an der Gräfte klang in toller Atmosphäre der Besuch der Burg bei Kaffee und Kuchen aus.

 

Der Weg gemeinsamer Unternehmungen beider Bezirksvereine soll auch in Zukunft fortgeführt werden.

 

Michael Huld